Von den zuständigen Schulbehörden wurde dem Ausbildungszentrum in Steyrermühl der Status einer "Werkmeisterschule für Berufstätige in der Papierindustrie" mit Öffentlichkeitsrecht zuerkannt. Nach erfolgreicher Absolvierung der Fach- und Meistermodule wird der Werkmeisterkandidat zur Meisterprüfung zugelassen.
Kernstück der Meisterprüfung ist eine Meisterarbeit, die während des zweiten Abschnittes der Ausbildung zu verfassen ist. Das Thema der Meisterarbeit wird in Abstimmung mit dem Kandidaten festgelegt und soll möglichst aus dem unmittelbaren Arbeitsberreich des Werkmeisteranwärters stammen.
Ein wesentlicher Vorteil des modularen Kurssystems liegt in der Abstimmung der Ausbildung auf die jeweiligen Gegebenheiten im Betrieb des Kursteilnehmers.
Neben dem Grundmodul, den beiden Fachmodulen Papiermaschine und dem Fachmodul 1 der Stoffaufbereitung, welche verpflichtend sind, kann der Werkmeisteranwärter aus verschiedenen Modulen drei für ihn geeignete Module wählen, die eine optimale Ausbildung für seinen Arbeitsbereich gewährleisten.
Die beiden Meistermodule, die insgesamt fünf Wochen dauern, beinhalten neben den allgemeinbildenden Fächern wie Kommunikation und Schriftverkehr, Wirtschaft und Recht, Mitarbeiterführung und Mitarbeiterausbildung, Betriebsorganisation, auch eine vertiefte Ausbildung in den Fächern Mathematik, Chemie, Physik, Elektrotechnik und elektronische Datenverarbeitung. Weiters werden die Werkmeisteranwärter bei der Meisterarbeit betreut und in speziellen Fächern, wie z.B. Präsentationstechnik auf die Präsentation ihrer Meisterarbeit, welche im Rahmen der Meisterarbeit erfolgt, vorbereitet.
Die gesamte, staatlich anerkannte, Werkmeisterausbildug dauert 32 Wochen. Die Kurse selbst, sowie die einzelnen Kursmodule können jedoch auf mehrere Jahre verteilt absolviert werden. Der Vorteil dieser Art der Werkmeisterausbildung liegt für das Unternehmen darin, dass der Kursteilnehmer nicht für viele Wochen vom Betrieb fernbleibt. Auch für den Kursteilnehmer ist es angenehm, dass er von seinem Arbeitsplatz und seiner Familie immer nur wenige Wochen getrennt ist.
Voraussetzung für die Zulassung zur staatlichen Meisterprüfung, welche im Ausbildungszentrum der Österreichischen Papierindustrie abgehalten wird, ist eine abgeschlossene Berufsausbildung im Lehrberuf "Papiertechniker" (in Deutschland "Papiermacher", in der Schweiz "Papiertechnologe") oder sieben Jahre einschlägige Praxis.